Rezension „Die Sattva Diät“ von Johannes A Buchholz

Die Sattva-Diät behandelt eine 5.000 Jahre alte Ernährungsform fernöstlichen Ursprungs, die von der Ernährung her der 80-10-10 von Douglas Graham sehr ähnlich ist.
Durch viele indische Begriffe und Namen wie beispielsweise „Bhagavad-Gita“ oder  „snigdha“ liest sich das Buch für „Außenstehende“ und „Nicht-Yogis“ streckenweise äußerst beschwerlich und ermüdend. Da verstehen es Autoren wie Wandmaker eindeutig besser, den Leser zu fesseln und mitzureißen. Zudem fehlen einem eher mathematisch-rational angehauchten Menschen wie mir einfach Belege für alle die im Buch getroffenen Aussagen. Die Quellenangaben halten sich sehr in Grenzen und man muß dem Autor Dutzende Aussagen einfach so abnehmen (oder eben auch nicht). Nach den ersten Kapiteln fällt das Lesen aber deutlich leichter, das Überangebot aus dem Sanskrit weicht mitunter interessanten Beschreibungen. Durch stete Wiederholung der Kernaussage (vollreife Früchte, wenige hochwertige Fette) transportiert der Autor seinen wesentlichen Inhalt durch alle Kapitel.
Weiterhin werden in dem Buch viele Personen der letzten 100 Jahre vorgestellt, die mit verschiedenen Formen einer ähnlichen Ernährungsumstellung große Erfolge erzielt haben und vielen Menschen helfen konnten. Der Leser erhält hierüber nebenbei auch eine Liste lohnenswerter Autoren.
Ein eigenes Kapitel ist auch dem Bereich der Prostatabeschwerden gewidmet – dies ist wohl der eigenen Leidensgeschichte des Autors geschuldet. Die Essenz der Aussage auch hier: Umstellung auf die Sattva Diät und alle Krankheiten und Beschwerden weichen.
So würde ich die Kernaussage des Buches auf folgendes Zitat komprimieren wollen:
„Mit der richtigen, unserer Art entsprechenden Ernährung und einem gesunden Lebensstil, einer Entgiftung des Körpers durch die Sattva-Diät und dem Willen, die Ursachen der Krankheit zu beseitigen, lassen sich innerhalb kurzer Zeit die Hauptkrankheiten in der Bevölkerung stark reduzieren.“
Sehr schön ist auch, daß der Autor nicht nur die Ernährungsform, sondern die gesamte Lebensweise mit einbezieht. Neben gutem Wasser sieht er die psychische Verfassung als gesundheitlich entscheidend an und macht in einem eigenen Kapitel einen Abstecher zu den heutigen Umwelteinflüssen/-belastungen.
Die 80-10-10 Ernährung ist auch meiner Meinung nach die beste und befreiendste Kostform für den Menschen – in unseren Breiten aber nur im Sommer durchführbar. Stress und Leistungsdruck durch unsere Zivilisation und deren „Errungenschaften“ bedingen meiner Erfahrung nach auch eine angepasste Ernährung – Früchte sensibilisieren da u.a. zu stark. Die in der Sattva Diät negativ betrachteten Nahrungsmittel wie Sprossen – insbesondere von Hülsenfrüchten, Fettfrüchte wie Avocado und Durian etc. sehe ich persönlich als essentiell an, um in Beruf und Sport leistungsfähig zu bleiben. (In den Tropen sähe das wieder anders aus.). Ganz davon abgesehen, daß wir in Mitteleuropa mit dem Standardangebot unserer heimischen Früchte wohl nicht über den Winter kommen würden – und unentwegt Tropenfrüchte bestellen finde ich nicht zielführend. (Meine 2 Pfennige …)
Für einen auch an fernöstlichen Lehren interessierten Leser ein durchaus lesenswertes Buch. Wer jahrelang alles an rohkostrelevanter Literatur verschlungen hat wird in Sachen Ernährung nicht viel Neues finden, findet aber sicherlich Freude an den ergänzenden Kapiteln zu den Themen Ärzte, Strahlung, Langlebigkeit & Co.

Die Sattva-Diät von Johannes Buchholz

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