Ute und Achim von Nordisch Roh – das Rohkostexperiment in Norddeutschland im Interview mit heilkost.de

Copyright nordischroh.comHeute möchten wir Euch Ute und Achim vorstellen, die sich seit Kurzem der „100%-Rohkost“ verschrieben haben und über dieses in ihrem .com-Blog berichten. Ein Besuch des Blogs lohnt sich auch wegen der Rezepte, die liebevoll fotografiert wurden!

 

Wie seid ihr zur Rohkost gekommen?

Ute ist vor circa 7 Jahren über ihren Vater auf die Rohkost aufmerksam geworden und war sehr schnell überzeugt! Seitdem hat sie immer wieder Rohkostphasen eingelegt und viel zu dem Thema gelesen. Achim ist aus moralischen Gründen schon seit seiner Jugend Vegetarier mit starker Affinität zum Veganen. Man kann sagen: Es war das Interesse an alternativen Lebens- und Ernährungsformen, das uns letztlich gemeinsam zur Rohkost gebracht hat. Gemeinsam haben wir uns schon 2011 mit Rohkost auf den Hamburg-Marathon vorbereitet. Jetzt haben wir unser 100%-Experiment gestartet, weil wir glauben, dass es nochmal ein großer Unterschied ist, ob man wirklich ausschließlich oder „nur“ zu einem hohen Teil Rohkost isst.

Ute & Achim von nordischroh - das Rohkost-Experiment

Wie sieht Eure Ernährung aus (vegan, Instincto etc.)? Wie viel % Rohkost Anteil habt Ihr? Falls nicht 100% – gibt es auch Mal Ausnahmen und welche?

Es ist Teil unseres Experiments, dass wir zur Zeit 100 % vegane Rohkost essen. Ohne Ausnahmen! Dank Achims Küchenchef-Qualitäten gibt’s tolle, bunte und kreative Gerichte, die viel Spaß machen und einfach lecker sind! Wichtig ist uns, dass unsere Gerichte für jedermann nachvollziehbar sind, d.h. wir verwenden vor allem Produkte, die man im normalen Biohandel bekommen kann. Aber Rohköstler sein heißt ja nicht nur anders essen, sondern es steckt ein ganzer Lebensstil dahinter. Auf unserem Blog www.nordischroh.com berichten wir darüber wie es ist, Rohköstler zu sein. Mal informativ („Welche Geräte braucht man in der Rohkost-Küche?“ „Welche Rezepte gibt es?“), mal humoristisch („Müssen wir jetzt in die Tropen ziehen?“) und erzählen Anekdoten aus einem Leben mit Rohkost. Vielleicht können wir den einen oder anderen zu einem eigenen Experiment inspirieren!

Ute von nordischroh

Seit wann ernährt ihr euch rohköstlich?

Gemeinsam praktizieren wir die 75%ige Rohkost seit Anfang 2011. Das 100%-Experiment läuft seit Anfang Juni und war eigentlich auf zwei Monate ausgelegt. Wir haben aber bereits auf unbestimmte Zeit verlängert. 😉

Welche Veränderungen habt Ihr psychisch und physisch durch die Rohkost festgestellt?

Achims Heuschnupfen ist komplett verschwunden und er hat anfangs auch einige Kilos abgenommen (was er als eh schon drahtiger Zeitgenosse etwas kritisch gesehen hat). Bei Ute sind vor allem die Haare plötzlich wieder voll und glänzend geworden (die hatten durch das Stillen unserer Tochter etwas gelitten). Absolut faszinierend ist für uns beide, dass wir selbst nach härteren Laufeinheiten überhaupt keinen Muskelkater mehr haben!

Psychisch (es hört sich zwar total klischeehaft an!) fühlen wir uns tatsächlich gelassener, klarer und irgendwie insgesamt glücklicher, obwohl von einer 75 %igen Rohkost kommen und auch schon vorher sehr glücklich waren!

Wo lebt Ihr? Was habt Ihr gelernt und was arbeitet Ihr heute?

Wir leben gemeinsam mit unserer kleinen Tochter seit ca. 1 ½ Jahren in einem Dorf in Schleswig-Holstein ca. 35km von Hamburg entfernt. Wir haben beide in Hamburg studiert, Ute Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaften, Achim Politikwissenschaften und Philosophie. Ute arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni und promoviert in Soziologie, Achim arbeitet im Bereich Neue Medien als Researcher.

Habt Ihr Vorbilder unter den Rohköstlern (lebende Rohköstler und Urväter der Rohkost)?

Wir haben viele der Urväter und lebenden Pioniere gelesen und lesen weiterhin was das Zeug hält (da erfüllen wir wohl so ziemlich das Akademiker-Klischee). In unserem Bücherregal findet man Arnold Ehret, Franz Konz, Helmut Wandmaker, Max Otto Bruker, David Wolfe, T. Colin Campbell, Brian Clement, Markus Rothkranz, Brendan Brazier und viele mehr. Letztlich gehen wir aber unseren eigenen Weg, denn Rohkost bedeutet für uns ein Weg zu mehr Freiheit und Unabhängigkeit. Indem wir uns einer bestimmten Richtung anschließen, würden wir uns genau das wieder nehmen.

Wo seht Ihr Euch in 10 Jahren?

Wir leben in einer alten Dorfschule, die wir derzeit umbauen und renovieren. Wir haben vor, eine kleine Ferienwohnung mit einer rohköstlichen Küchenausstattung zu integrieren (Mixer, Dörrgerät, Entsafter & der ganze kleine Schnickschnack) für alle, die die Rohkost gerne mal ausprobieren möchten, sich aber nicht gleich alle Geräte anschaffen können und möchten (und alle anderen!). Außerdem wollen wir unseren Selbstversorger-Anteil stark erhöhen. Dafür müssen wir noch viel lernen und Erfahrungen im Gärtnern sammeln.

Habt Ihr Tipps für angehende Rohköstler?

Man sollte sich selbst nicht allzu ernst nehmen und all die Regeln, die beim Studieren der Rohkost-Literatur und in den Foren im Internet auftauchen, nicht zu streng sehen. Wir nehmen uns auch mal gegenseitig ganz gerne auf den Arm („Was?! Es ist schon zwei Stunden nach Sonnenuntergang und du bist noch wach?!“ oder wir denken uns scherzhafte „Urgymnastik“-Übungen aus und stolpern dabei durch die Küche). Mit Humor und ganz viel Spaß gelingt der Einstieg gleich viel leichter!

Achim von nordischroh.com

Engagiert Ihr Euch in einer Rohkost-Gruppe?

Seit unser Experiment gestartet ist, haben wir immer mehr den Wunsch, uns mit anderen Rohköstlern auszutauschen. Und auch, wenn das Internet eine wahnsinnig gute Möglichkeit dafür bietet, geht doch nichts über den persönlichen Kontakt. Wir haben uns vorgenommen, am Weltrohkosttag in Hamburg dabei zu sein. Auch würden wir uns freuen, wenn wir andere Rohkostfamilien kennen-lernen würden, da uns natürlich die Frage nach der Rohkosternährung für Kinder umtreibt.

Was ist euch außerhalb der Rohkost wichtig?

Wir sind beide leidenschaftliche Läufer (darüber haben wir uns auch kennengelernt), nehmen auch an Wettkämpfen teil. Außerdem renovieren wir ja grad unsere alte Dorfschule, wo im Moment ganz viel unserer Kreativität und Zeit reinfließt. Vor all dem steht aber natürlich unsere Tochter, die gerade 1 Jahr alt geworden ist und ganz viel Aufmerksamkeit braucht!

Welche Hilfsmittel oder Geräte nutzt Ihr zur Zubereitung Eurer Rohkost-Gerichte?

Der Vitamix läuft bei uns mehrmals am Tag. Ansonsten haben wir einen großen Sprossenturm, um täglich Keimlinge essen können, einen Spirelli für Rohkost-Pasta und eine gute Gemüse-Reibe. Diese Geräte besitzen wir schon eine ganze Weile. Für unser Experiment haben wir derzeit einen Profi-Entsafter geliehen und liebäugeln – wie soll es auch anders sein – mit einem Dörrgerät!

Vielen Dank an Ute & Achim für die geduldige Beantwortung der Fragen! Wir wünschen Euch weiterhin viel Freude mit der Rohkost und viel Erfolg mit Euren Plänen mit der Rohkost-Pension und der Selbstversorgung 🙂

Hier könnt Ihr Euch mit Ute & Achim vernetzen:

Wenn Du oder Ihr auch einen Blog zum Thema Rohkost betreibt oder in anderer Form über Euch, Eure Arbeit und Eure Rohkost-Erfahrungen berichten wollt, freuen wir uns auf eine Kontaktaufnahme 🙂

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