Ute Marion Wilkesmann – Brückenschlag zwischen Vollwert- und Rohkost

Ute Marion Wilkesmann

Ute Marion Wilkesmann

Heute möchte ich euch Ute Marion Wilkesmann vorstellen. Sie betreibt das Vollwertkochbuch und einen entsprechenden Blog und ist Autorin mehrerer - und Rohkost-Bücher. Außerdem produziert sie zahlreiche Videos, die auf Youtube angesehen werden können und bei denen man immer etwas lernen kann.

Es gibt sicher einige , die über die Vollwertkost zur Rohkost oder dadurch zu einem höheren Rohkost-Anteil gekommen sind. Ute Marion Wilkesmann versteht es, wie ich finde, sehr gut eine Brücke zu schlagen zwischen der Rohkost und der Vollwertkost und die Vorteile beider Ernährungsformen zu kombinieren. Im ersten Teil des Beitrags könnt ihr das Interview lesen und dann folgt noch die Vorstellung ihres neuen Schokoladenbuchs. 

Wie bist Du zur Rohkost gekommen?

Durch die Abneigung fürs Fasten. Ich suchte nach einer Methode zur „Körperreinigung“, finde aber Glaubersalz und Klistiere für mich nicht akzeptabel, also fiel Fasten aus. In Lahnstein auf einem Praxiskurs wurde ich hellhörig, als die Kursleiterin Frau Richter erzählte, dass sie nach dem vielen Essen in den Kursen – sie musste ja ständig probieren – immer erst einmal zwei Wochen Frischkost einlegt.

Mein Motto war „Rohkost statt Fasten“, ich habe das dann in Tagebuchform erst im Internet und dann als Buch veröffentlicht.

Wie sieht Deine aus (vegan, Instincto etc.)? Wie viel % Rohkost Anteil hast Du? Falls nicht 100% – gibt es auch Mal Ausnahmen und welche? Seit wann ernährst Du dich rohköstlich?

  1. Meine Ernährung ist vollwertig-tiereiweißfrei im Sinne von Dr. Bruker (also kein Tiereiweiß außer Sahne, Schmand & Butter), wobei der Tiereiweißanteil über die Zeit fast automatisch immer kleiner wird. Veganismus präsentiert sich vor allem als eine Weltanschauung, nicht als Ernährungsform, weshalb ich auch niemals Veganerin sein werde. Ich sehe z.B. auch den Verzicht auf Honig nicht als sinnvoll an.
  2. Das Messen des Rohkostanteils in Prozent finde ich aus Erfahrung nicht erquicklich. Die Menschen geben nämlich immer einen „gefühlten“ Prozentsatz an. Wenn ich mir dann den Spaß mache und mir das genau auflisten lasse & nachrechne, stimmt das selten. Ich esse viel Rohkost und schalte auch ein- bis zweimal im Jahr eine reine Rohkostphase ein (zwischen 10 Tagen und 4 Monaten).
  3. Während dieser Phasen halte ich mich strikt an die 41°C-Grenze, ohne Ausnahme.
  4. Meine erste Rohkostphase leitete ich im Dezember 2006 ein. 

Welche Veränderungen hast Du psychisch und physisch durch die Rohkost festgestellt?

Bei der ersten Rohkostphase waren die Veränderungen am deutlichsten: weniger Schlafbedürfnis, eine Art „Highsein“ u.ä. Je länger ich vollwertig lebe (seit 2004), umso geringer wird der Unterschied. 

Wo lebst Du? Was hast Du gelernt und was arbeitest Du heute?

  1. In Nordrheinwestfalen.
  2. Ich habe Graphik Design und Islamwissenschaften studiert.
  3. Ich arbeite als Fachübersetzerin für Medizin und Pharma. 

Hast Du Vorbilder unter den Rohköstlern (lebende Rohköstler und Urväter der Rohkost)?

Nein. 

Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?

Gesund und munter außerhalb eines Krankenhauses.
 

rohkost statt fastenHast Du Tipps für angehende Rohköstler?

Ich habe allenfalls Tipps für Menschen, die einmal wie ich eine Rohkostphase einlegen wollen:

  • Die Phase sollte mental und vom Essen her jeweils durch einen richtigen Anfang und Abschluss eingeleitet werden.
  • Gönne dir für die Zeit etwas Besonderes, mal ein teures gutes Öl oder mal die tollsten Datteln.
  • Versuche nicht in die Rohkostfalle des „alles muss frisch aus Thailand importiert auf den Tisch“ zu tappsen, sondern gehe das Essen regional und saisonal an. Dann wirst du am leichtesten satt.
  • Lass dir als Vollwertler von den Rohköstlern nicht das Getreide vermiesen.
  • Komme weg von dem Gedanken, dass Rohkost eine trockene Möhre auf einem großen Teller ist, lese genug Rezepte, bis du weißt, dass du ein Repertoire hast, das groß genug ist, um dich mit Freude über mehrere Tage zu tragen.
  • Nutze die Vorzüge von Keimen und Sprossen.
  • Teste Rohkost einmal einen Tag. Oder suche dir einen Wochentag aus, an dem du regelmäßig bei einer Mahlzeit ausschließlich Rohkost isst. Setze dir bei der ersten Phase eine machbare Grenze, und sei es nur ein Wochenende. Gönne dir irgendwann einmal eine Phase mit offenem Ende, d.h. mach so lange weiter, wie du nichts vermisst.
  • Finde heraus, in welcher Jahreszeit du am besten mit der Rohkost zurecht kommst. Das muss nicht immer der Sommer sein – bei mir sind es z.B. die kalten Monate, in denen mich das mehr reizt. 

Engagierst Du Dich in einer Rohkost-Gruppe?

Nein 

Was ist Dir außerhalb der Rohkost wichtig?

Dass meine Heizung funktioniert. Womit ich sagen will: Diese Frage ist unpräzise gestellt. 

Welche Hilfsmittel oder Geräte nutzt Du zur Zubereitung Deiner Rohkost-Gerichte?

Dieselben wie für die Vollwert auch, außer dem Backofen natürlich.

Das sind: Mr. Magic/Magic Maxx, Thermomix, , , Speedy (Krups) 

Das Schokoladenbuch 

Auch wenn ich keine „Rohköstlerin“ bin, mein Etikett ist ja „Vollwertlerin“, habe ich eine große Neigung und Begeisterung für die Rohkost. Mir ist es deshalb auch wichtig, Rezepte zu entwickeln, die einfach, abwechslungsreich und schmackhaft sind. Meine Devise ist immer: Suche eine Alternative, keinen Ersatz. So habe ich zum Beispiel festgestellt, dass mir die wenigsten Rohkostbrote wirklich schmecken, schon gar nicht mit gekeimten Getreide. Daher bin ich auf Rohkostknäcke umgeschwenkt, was dann wirklich lecker ist. 

ist ein Thema, das in der Vollwert gerade den Anfängern fehlt. Die vollwertigen Schokoladen, die ich ausprobiert habe, sind alle viel zu weich und auch geschmacklich nicht zufriedenstellend. So sind auch meine Erfahrungen mit Rohkost- und -Konfekt. In einer meiner Rohkostphasen besuchte ich eine Freundin, die extra für mich bei einem bekannten Rohkostversender den gepriesenen Konfekt bestellt hatte. Uns fiel dazu neben dem Wort „Glaserkitt“ nur eins ein: Des Kaisers neue Kleider!

Vollwerter und Rohköstler haben viele Gemeinsamkeiten. Eine davon: Es gibt für sie bislang keine richtige Schokolade, die es ernsthaft mit herkömmlicher Zucker-Schokolade aufnehmen könnte. 

Da ich immer gerne experimentiere, nahm ich die Schokolade als „Herausforderung“ an, obwohl ich selbst übrigens gar nicht so gierig auf Schokolade bin, dafür bin ich schon zu lange bei der konsequenten Vollwerternährung. Es muss doch möglich sein, davon war ich überzeugt, eine Rezeptur zu finden, die zu Hause mit einigermaßen normalen Zutaten und moderatem Arbeitsaufwand eine Schokolade erbringt, die gut aussieht und lecker schmeckt. Vor allem sollte sie auch CREMIG sein, eben Schokolade, kein minderwertiger Ersatz.

Nachdem ich mich erkundigt hatte, ob die Kakaobutter in Rohkostqualität auch den Vollwertansprüchen genügt (also z.B. im Gegensatz zum Agavennektar keine industrielle Bearbeitung durchlaufen hat), konnte ich die Experimente beginnen. Als ich die erste gute Rezeptur gefunden hatte, habe ich mir einen kleinen Stab an Testern ausgesucht und gelegentlich auch einmal „Normalesser“ probieren lassen. Aber nur Schokolade reichte dann auf einmal nicht mehr: Pralinen sollten es sein. 

Dieses Buch bietet nun Abhilfe für die oben genannten „Verzweifelten“ an. Endlich eine selbstgemachte Schokolade, die sowohl rohköstig als auch vollwertig ist. Für Veganer gibt es Tipps und Tricks, um die Rezepte problemlos ebenfalls nutzen zu können. 

Das Geheimnis? Es ist sehr einfach und wird – natürlich – erst im Buch verraten! Der Leser findet 115 originelle Pralinenrezepte in zahlreichen Geschmacksvarianten mit und ohne Füllung. Lediglich zwei Rezepte enthalten Tiereiweiß. Benötigte elektrische Küchengeräte: ein kleiner Mixer und fürs Auge schöne Pralinenformen oder Papierpralinenförmchen. Bereits nach 15 Minuten steht die erste Portion fix und fertig zum Festwerden im Kühlschrank. Versprochen! 

Diese knackig cremigen Kunstwerke behalten im Anschluss bei normaler Raumtemperatur ihre Form und sind gekühlt mehrere Wochen haltbar. Nun kann das Verwöhnprogramm starten: für die liebe Familie, die kritischen Freunde oder einfach zur eigenen Freude. Der Kreis der Vorkoster war ja weit gezogen. Sowohl Rohköstler, Vollwertler als auch Normalköstler waren durchweg begeistert und bestätigten: Das ist endlich richtig gute Schokolade! Bisher waren auch die Rückmeldungen der ersten Buchkäufer ausgesprochen positiv. 

Ute-Marion Wilkesmann – ISBN 978-3-8423-3527-1
Schokolade / Pralinen-Träume: Für Rohkost. Vollwert. Für alle.
BOD 2010, 14,90 Euro
Schokolade. Pralinenträume: Für Rohkost. Vollwert. Für alle 

Mehr Infos zu Ute Marion Wilkesmann bekommt ihr hier:

http://www.vollwertkochbuch.de (Rezepte rund um die Vollwert)
http://vollwert.wordpress.com (Nicht nur Vollwertskandale)
http://vollwertkost.wordpress.com (Vollwerttagesmenüs)
http://onebbo.wordpress.com (The Forest)
Rohkost statt Fasten: Ein Rohkosttagebuch für Normalos
Schokolade. Pralinenträume: Für Rohkost. Vollwert. Für alle

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Eine Antwort auf Ute Marion Wilkesmann – Brückenschlag zwischen Vollwert- und Rohkost

  1. Monika Poppenberg sagt:

    Hallo
    habe heute das einfachste brot der welt gebacken, gut geworden, aber in der mitte ist ein loch, warum? können sie mir sagen was ich falsch mache?
    Danke

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